Abus Neuheiten 2026: neue Schlösser und Helme im Check
Das Wichtigste in Kürze.
- Das Granit Super Extreme 2500 ist das erste Abus Schloss mit Sicherheitslevel 15+ und durch die Wolframcarbid-Ummantelung gezielt gegen den Akku-Winkelschleifer gebaut.
- Das Faltschloss Bordo 6200K hat einen um 360 Grad drehbaren Schlosskörper, Level 13 und gibt es mit 94 cm oder 127 cm Umfang. Nur die lange Variante hat ein Tracker-Fach im Halter.
- Der AirBreaker 2.0 wiegt 205 bis 220 Gramm, der neue Gravel-Helm Taipan 255 bis 295 Gramm. Beide kommen aus dem Werk in Italien.
- Der Urban-I 4.0 bringt 16 Lüftungsöffnungen mit fest integriertem Insektennetz und ein magnetisches, abnehmbares Rücklicht mit 180 Grad Sichtbarkeit.
- Der HYP-E steuert Blinker und Bremslicht über zwei Funk-Fernbedienungen am Lenker und Bremshebel. Blinklichter am Helm sind in Deutschland erlaubt.
Zu den Abus Neuheiten 2026 gehören drei neue Schlösser und vier neue Helme, und die Richtung ist bei beiden Gruppen dieselbe: mehr Schutz gegen die Werkzeuge, die Diebe heute tatsächlich benutzen, und mehr Sichtbarkeit im Verkehr. Kurzfassung: Das Bügelschloss Granit Super Extreme 2500 sprengt mit Sicherheitslevel 15+ die bisherige Skala, das Faltschloss Bordo 6200K bekommt einen um 360 Grad drehbaren Schlosskörper, und die Einsteckkette Adaptor Chain Superior macht aus einem vorhandenen Rahmenschloss eine echte Sicherung. Bei den Helmen stehen der Rennradhelm AirBreaker 2.0, der Gravel-Helm Taipan, der Alltagshelm Urban-I 4.0 und der HYP-E mit Blinker und Bremslicht auf der Liste. Was davon für dich Sinn ergibt, hängt weniger am Preis als daran, wo du dein Rad abstellst und wann du unterwegs bist.
Was das Abus Sicherheitslevel bedeutet
Das Sicherheitslevel ist eine herstellereigene Skala von 1 bis 15, die angibt, wie viel Widerstand ein Schloss einem Aufbruchversuch entgegensetzt. Höher heißt schwerer zu knacken. Wichtig dabei: Die Zahlen lassen sich nur innerhalb der Marke vergleichen, es ist keine Norm und kein Prüfsiegel einer unabhängigen Stelle.
Für 2026 kommt oben noch eine Stufe drauf. Level 15+ markiert Schlösser, die gezielt gegen den Akku-Winkelschleifer gebaut sind, also gegen die Flex, mit der in Großstädten inzwischen die meisten teuren Räder verschwinden. Bisher war bei 15 Schluss. Als grobe Orientierung im Alltag: Level 9 aufwärts für ein gutes Alltagsrad, ab Level 12 für E-Bikes und alles, was vierstellig war.
Die Schloss-Neuheiten 2026
Granit Super Extreme 2500: gebaut gegen die Flex
Das Granit Super Extreme 2500 ist das sicherste Bügelschloss im aktuellen Abus-Programm und das erste mit Sicherheitslevel 15+. Den Unterschied macht das Material. Um Bügel und Schlosskörper liegt eine Mischung mit Wolframcarbid, einem Hartmetall, aus dem sonst Werkzeuge und Bohrer gemacht werden. Es ist so hart, dass sich die Trennscheibe der Flex daran abnutzt statt umgekehrt. Wer das Schloss aufflext, braucht mehrere Scheiben und entsprechend Zeit. Genau die hat ein Dieb an einer belebten Straße eben nicht.
Dazu kommen ein 27 mm starker Vierkantbügel aus gehärtetem Stahl, beidseitige Verriegelung im Schlosskörper und der XPlus-Zylinder, der das Aufsperren mit feinem Werkzeug erschwert. Gefertigt wird in Deutschland.
Sind wir ehrlich: Das ist kein Schloss für den Bäcker um die Ecke. Es ist schwer, es ist teuer, und wenn dein Rad nachts in der abgeschlossenen Garage steht, ist es überdimensioniert. Für ein hochwertiges E-Bike, das täglich am Bahnhof oder in der Innenstadt steht, ist es aktuell aber die härteste Ansage, die du kaufen kannst. Wenn du lieber ohne Schlüssel und ohne Bügel unterwegs bist, lohnt daneben ein Blick auf elektronische Fahrradschlösser.
Bordo 6200K: der drehbare Schlosskörper
Das Bordo 6200K ist ein Faltschloss mit Sicherheitslevel 13, dessen Schlosskörper sich um volle 360 Grad drehen lässt. Faltschlösser gelten ja als die unhandlichen unter den Schlössern, weil sich der starre Kopf beim Anschließen gern quer stellt. Genau da setzt die Neuerung an. Der Schlüssel steckt jetzt vorne statt seitlich, und weil sich der Kopf frei drehen lässt, findest du auch an einem dicken Laternenmast oder um Rahmen und Hinterrad herum eine Position, die passt.
Es gibt zwei Größen. Die kurze Variante 6200K/90 kommt auf 94 cm Umfang und 1.320 Gramm, die lange 6200K/120 auf 127 cm und 1.634 Gramm. Mit der langen sperrst du zur Not zwei Räder zusammen ab, dafür schleppst du gut 300 Gramm mehr mit. Ein Detail spricht zusätzlich für die 120er: Nur bei ihr hat der mitgelieferte Halter ein verstecktes Fach für einen AirTag oder SmartTag der ersten Generation. Ein Tracker allein verhindert keinen Diebstahl, aber er zeigt dir, wo dein Rad gelandet ist.
Der Halter bietet außerdem ein Schlüsselfach, und das Schloss rastet ein, indem du auf die Stäbe drückst. Klappert nicht, klemmt keine Finger ein. Level 13 reicht für die meisten versicherten Räder aus, an das Granit kommt es allerdings nicht heran.
Adaptor Chain Superior: die Ergänzung fürs Rahmenschloss
Ein Rahmenschloss blockiert das Hinterrad, verhindert aber nicht, dass jemand dein Rad einfach hochhebt und mitnimmt. Die Adaptor Chain Superior ist eine Einsteckkette, die genau diese Lücke schließt: Du legst sie um einen festen Gegenstand und steckst den Bolzen in die zweite Öffnung deines Rahmenschlosses. Ein extra Schlüssel ist dafür nicht nötig, der vom Rahmenschloss öffnet beides.
Die Kette besteht aus 7 mm starken Vierkantgliedern aus gehärtetem Stahl und steckt in einer Stoffummantelung, die Lack schont und Wasser abweist. Neu ist der ovale Loop-Ring aus Metall, der sich frei drehen lässt und durch seine schmale Form auch durch Speichen passt. Erhältlich in 100 cm und 130 cm.
Die ehrliche Einordnung: Das ist eine sinnvolle Zweitsicherung, kein Ersatz für ein starkes Hauptschloss. Wenn dein Rad ohnehin ein Rahmenschloss ab Werk hat, holst du damit für wenig Geld deutlich mehr raus als bisher.
Die Helm-Neuheiten 2026
AirBreaker 2.0: leicht, belüftet, laut Datenblatt schnell
Der AirBreaker 2.0 ist der neue Rennrad-Flaggschiffhelm und wiegt je nach Größe 205 bis 220 Gramm ohne MIPS. Das merkst du. Am Heck sitzt das Aero Blade, eine flache Kante aus carbonverstärktem Kunststoff, die den Luftstrom bündelt und gleichzeitig den Luftwiderstand senkt. Im Inneren zieht sich die ActiCage-Struktur durch den Helm, eine eingeschäumte Verstärkung, die den Hinterkopf schützt, ohne die Belüftung zuzubauen.
Vorne ist ein gummierter Brillenport eingelassen, also eine Aussparung, in die du deine Sonnenbrille steckst, ohne sie zu zerkratzen. Hinten hat das Verstellsystem eine Zopf-Öffnung. Die MIPS-Variante mit dem Gleitsystem gegen Rotationskräfte wiegt etwas mehr und bringt einen magnetischen Fidlock-Verschluss statt der klassischen Schnalle mit. Gefertigt wird der Helm im hauseigenen Werk in Italien, der Preis startet bei rund 300 Euro.
Taipan: endlich ein eigener Gravel-Helm
Der Taipan ist der erste Helm, den Abus ausdrücklich für Gravel baut, statt Rennrad- und MTB-Modelle als Kompromiss anzubieten. Er wiegt 255 bis 295 Gramm, hat 18 Belüftungsöffnungen und die gleiche ActiCage-Verstärkung wie der Rennradhelm. Die Innenform ist etwas breiter und lässt Platz für ein dickeres Polster. Die Polycarbonat-Außenschale zieht sich bis über die Unterkante, was Kratzer und Stöße abfängt, wenn der Helm mal im Rucksack landet.
Der Taipan ist weniger stark belüftet als der AirBreaker. Das ist Absicht: Auf losem Untergrund fällst du eher hin als auf Asphalt, deshalb steht hier mehr Material zwischen dir und dem Boden. Kühl bleibt der Kopf trotzdem. Ein Brillenport ist vorne ebenfalls da, allerdings nicht gummiert, sondern lackiert. Statt des Magnetverschlusses gibt es die normale Steckschnalle, was Gewicht spart. Das Verstellsystem ist zopfkompatibel, die Polster lassen sich rausnehmen und waschen. Optional passt ein magnetisches Rücklicht ans Heck. Wenn du noch überlegst, ob Gravel überhaupt dein Ding ist, findest du die Grundlagen in unserem Überblick zu Gravel Bikes.
Urban-I 4.0: Insektennetz und abnehmbares Rücklicht
Der Urban-I 4.0 löst die dritte Generation ab und ist der Alltagshelm für Trekking, Touren und Stadt. Er hat 16 Belüftungsöffnungen mit Insektennetz, und zwar ein fest integriertes. Das ist der Unterschied zu Helmen, denen ein Netz zum Aufsetzen beiliegt: Ein Gitter, das direkt unter der Schale sitzt, hält eine Wespe schon oben ab, statt sie erst am Kopf zu stoppen.
Über das ganze Heck läuft ein LED-Streifen mit 180 Grad Sichtbarkeit. Das Rücklicht hält magnetisch und lässt sich abnehmen, per USB-C laden und wieder aufsetzen. Kein Gefummel mit Kabel am Helm. In der teureren ACE-Version ist es enthalten, dort sorgen zwei Akkus für längere Laufzeit. Der Kinnverschluss ist ein magnetischer Fidlock, den du mit einer Hand und mit Handschuhen aufbekommst, was im Stadtbetrieb beim ständigen Auf- und Absetzen halt spürbar nervenschonender ist. Dazu kommen ein abnehmbarer Schirm, waschbare Polster und die Zopf-Öffnung im Verstellrad. Farben gibt es reichlich, und das ist keine Nebensache: Der beste Helm nützt nichts, wenn er dir nicht gefällt und deshalb am Haken hängen bleibt.
HYP-E: Blinker, Bremslicht und Fernbedienung am Lenker
Der HYP-E ist der Helm, um den bei uns die meisten Fragen aufschlagen, und er ist das technisch aufwendigste Teil im Programm. Front- und Rücklicht sind fest verbaut. Am Lenker sitzt eine kabellose Fernbedienung, über die du links und rechts blinkst. Vorne und hinten leuchtet der Helm dann in Abbiegerichtung. Der Schalter macht dabei ein Klickgeräusch wie im Auto, dessen Lautstärke sich einstellen lässt, und nach 40 Sekunden schaltet der Blinker automatisch ab. Das ist eine gute Idee, denn sonst blinkst du eben noch zehn Kilometer nach dem Abbiegen fröhlich vor dich hin.
Eine zweite Fernbedienung stülpst du über den Bremshebel. Ziehst du die Bremse, leuchtet hinten am Helm ein Bremslicht auf. Funk läuft über 2,4 GHz, geladen wird per USB-C. Der Helm erfüllt neben CE auch die niederländische Norm NTA 8776, die für S-Pedelecs entwickelt wurde und mit höheren Aufprallkräften prüft als die normale Fahrradhelmnorm.
Es gibt drei Ausbaustufen: den HYP-E mit Licht und Blinker, den HYP-E ACE zusätzlich mit magnetischem Visier und Ohrenschützern, und den HYP-E BL.ACE mit der Bremslicht-Fernbedienung obendrauf. Preislich liegen sie bei 199,95 Euro, 269,95 Euro und 299,95 Euro. Ein ausführlicher Einzeltest folgt bei uns noch, das Ding hat mehr Funktionen, als in einen Überblick passen.
Sind Blinker am Fahrradhelm erlaubt?
Ja. Seit der StVZO-Änderung vom 19. Juni 2024 sind Fahrtrichtungsanzeiger an jedem Fahrrad zulässig, vorher galt das nur für mehrspurige und ähnliche Sonderfälle. Eine Pflicht gibt es nicht. Für fest ans Rad geschraubte Blinker gelten Bauartvorgaben, für Lichter am Körper dagegen nicht: Helme, Rucksäcke und Jacken fallen nicht unter die Vorschriften zur Fahrzeugbeleuchtung. Ein Helm mit Blinklicht ist damit unproblematisch.
Zwei Einschränkungen gehören trotzdem dazu. Erstens ersetzt das Licht am Helm die vorgeschriebene Beleuchtung am Rad nicht, Scheinwerfer und Rücklicht bleiben Pflicht. Zweitens sind Helmblinker nicht bauartgeprüft, worauf der ADFC hinweist. Wer hinter dir fährt, rechnet nicht unbedingt damit, dass das Signal aus Kopfhöhe kommt. Das Handzeichen bleibt also die sicherere Ansage, das Blinklicht ist die Ergänzung.
Welche Neuheit passt zu dir?
Steht dein E-Bike täglich draußen in der Stadt, ist das Granit Super Extreme 2500 die Antwort auf die Flex, und alles darunter ist ein Kompromiss, den du bewusst eingehst. Pendelst du und willst ein Schloss, das im Alltag nicht nervt, nimmst du das Bordo 6200K, die 120er Variante, wenn du den Tracker unterbringen willst. Hast du ein Rad mit Rahmenschloss, ist die Adaptor Chain Superior das günstigste sinnvolle Upgrade überhaupt.
Bei den Helmen: Rennrad und Wattmessung führen zum AirBreaker 2.0, Schotter und lange Tage im Sattel zum Taipan. Für den Weg zur Arbeit deckt der Urban-I 4.0 mit Licht und Insektennetz das ab, was im Alltag wirklich zählt. Und wenn du oft im Dunkeln im Verkehr unterwegs bist, ist der HYP-E das Modell, das andere am ehesten sehen und verstehen lässt, was du vorhast. Am Ende gilt aber der alte Satz: Der beste Helm ist der, den du auch aufsetzt. Probier sie auf.
FAQ
Sind Fahrradhelme mit Blinker erlaubt?
Ja. Seit der StVZO-Änderung vom 19. Juni 2024 sind Fahrtrichtungsanzeiger an jedem Fahrrad zulässig, eine Pflicht besteht nicht. Lichter am Körper, also an Helm, Rucksack oder Jacke, fallen ohnehin nicht unter die Vorschriften zur Fahrzeugbeleuchtung. Sie ersetzen aber nicht die vorgeschriebene Beleuchtung am Rad: Scheinwerfer und Rücklicht bleiben Pflicht. Das Handzeichen bleibt die zuverlässigere Ansage.
Was bedeutet Sicherheitslevel 15+ bei Abus?
Das Sicherheitslevel ist eine herstellereigene Skala von 1 bis 15, die den Widerstand gegen Aufbruchversuche beschreibt. Die neue Stufe 15+ steht über der bisherigen Spitze und kennzeichnet Schlösser, die gezielt gegen Angriffe mit dem Akku-Winkelschleifer entwickelt wurden. Es handelt sich um eine Markeneinteilung, nicht um eine Norm oder ein Siegel einer unabhängigen Prüfstelle.
Was ist das sicherste Abus Fahrradschloss?
Das Bügelschloss Granit Super Extreme 2500 mit Sicherheitslevel 15+. Um Bügel und Schlosskörper liegt eine Wolframcarbid-Mischung, an der sich Trennscheiben abnutzen. Dazu kommen ein 27 mm starker Vierkantbügel aus gehärtetem Stahl, beidseitige Verriegelung und der XPlus-Zylinder gegen Aufsperrversuche. Für ein hochwertiges E-Bike an einem exponierten Stellplatz ist es die derzeit stärkste Option im Programm.
Was kostet der Abus HYP-E mit Blinker?
Es gibt drei Ausbaustufen. Der HYP-E mit Front-, Rück- und Blinklicht liegt bei 199,95 Euro. Der HYP-E ACE mit zusätzlichem magnetischem Visier und Ohrenschützern kostet 269,95 Euro. Der HYP-E BL.ACE mit der zusätzlichen Fernbedienung für das Bremslicht steht bei 299,95 Euro. Die Fernbedienung für den Blinker ist bei allen Varianten im Lieferumfang.
Welcher Abus Helm passt zum Gravelbike?
Der Taipan, seit 2026 das erste Modell, das Abus ausdrücklich für Gravel baut. Er wiegt 255 bis 295 Gramm, hat 18 Lüftungsöffnungen und eine breitere Innenform mit dickerem Polster. Die Polycarbonat-Schale reicht bis über die Unterkante und fängt Kratzer ab. Er ist bewusst etwas weniger belüftet als ein reiner Rennradhelm, dafür steht mehr Material zwischen Kopf und Boden.
Quellen
Neuen Helm oder ein stärkeres Schloss im Blick?
Helme muss man aufsetzen und Schlösser in die Hand nehmen, bevor man sich entscheidet. Komm bei uns vorbei oder schreib uns, wir schauen gemeinsam, was zu deinem Rad und deinem Stellplatz passt.
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