Hinterrad ausbauen bei Nabenschaltung: häufige Fehler
Das Wichtigste in Kürze.
- Der Klassiker-Fehler: beim Hinterrad-Ausbau nicht den Schaltzug aushängen, sondern die ganze Schalteinheit abnehmen. Danach schaltet nichts mehr.
- Niemals mit dem Schraubenschlüssel an die Konus- oder Achsmuttern gehen, das kann einen kapitalen Getriebeschaden verursachen. Nur den Lockring verdrehen.
- Zughaken im spannungsfreien Gang lösen: bei Zugführung unter der Achse im 1. Gang, bei Führung über der Achse im höchsten Gang.
- Nach dem Einbau im Einstellgang justieren: 8-Gang Nexus oder Alfine im 4. Gang, die zwei gelben Markierungen im Fenster zur Deckung bringen.
- Achsscheiben mit den Nasen zum Rahmen, L links und R rechts, gleiche Zahl auf beiden Seiten, nicht vertauschen.
Du willst nur das Hinterrad ausbauen, hast eine Shimano Nabenschaltung im Rad, und nach dem Einbau schaltet plötzlich gar nichts mehr? Der Grund ist fast immer derselbe: Beim Ausbau wurde nicht der Schaltzug ausgehängt, sondern gleich die komplette Schalteinheit abgenommen. Genau das darf nicht passieren. Wir zeigen dir, wie du das Hinterrad bei einer Getriebenabe richtig löst, welche Fehler die Schaltung lahmlegen und wie du am Ende alles wieder sauber einstellst. Das Ganze gilt für alle mechanisch geschalteten Shimano-Getriebenaben, also Nexus und Alfine mit Schaltzug, nicht für die elektronische Variante. Kein Hexenwerk, wenn du zwei, drei Dinge beachtest.
Der häufigste Fehler: die Schalteinheit abnehmen statt den Schaltzug aushängen
Um das Hinterrad zu lösen, hängst du nur den Schaltzug aus. Mehr nicht. Der Fehler, den viele machen: Statt dessen kommt die komplette Schalteinheit ab, manche gehen sogar mit dem Schraubenschlüssel an die Konus- oder Achsmuttern. Das ist gefährlich. Damit lässt sich schnell ein kapitaler Getriebeschaden erzeugen, und der kostet richtig Geld. Also Finger weg von den Muttern. Wenn hier etwas abgenommen wird, dann nur über den kurz verdrehten Lockring.
Warum killt dieser Griff die Schaltung? Ganz einfach: Wenn die Schalteinheit abgeht, bleibt der Schaltzug oft noch darin hängen. Danach sitzt die Einheit beim Zusammenbau nicht mehr sauber, und die Schaltansteuerung funktioniert nicht mehr. Der Fehler steckt also nicht im Getriebe, sondern in einem Handgriff zu viel.
So hängst du den Schaltzug richtig aus
Zuerst nimmst du die Spannung vom Zug, und zwar im spannungsfreien Gang. Welcher das ist, hängt davon ab, wie der Schaltzug an der Nabe geführt wird. Läuft der Zug unterhalb der Achse herum, schaltest du in den ersten Gang. Läuft er oberhalb der Achse, gehst du in den höchsten Gang, bei einer 8-Gang-Nabe also den achten, bei einer 11-Gang den elften. Erst dann ist der Zug entspannt genug, um ihn ohne Kraft auszuhängen.
Zum Aushängen gibt es zwei Wege. Entweder ziehst du den Zug vorne kurz an, führst ihn durch den kleinen Schlitz und nimmst ihn ab. Oder du entlastest, schiebst den Ring nach vorne, drehst die Schraube heraus und holst den Zug dort raus. Bei manchen Naben fehlt ein Angriffspunkt, um den Ring von Hand zu verdrehen. Dafür sitzt unterhalb eine kleine Bohrung. Da passt ein 2-mm-Inbus oder eine dünne Speiche rein, und schon lässt sich der Ring leicht drehen. Ist der Zug ausgehängt, ist das Hinterrad frei.
Die schwarze Kunststoffscheibe, die keiner sieht
Hast du die Schalteinheit schon abgenommen, hängst du zuerst den Schaltzug aus, sonst geht gar nichts. Dann kommt der Punkt, an dem die meisten Reparaturen scheitern. Zwischen der Schaltansteuerung und dem Sprengring beziehungsweise dem Ritzel sitzt für gewöhnlich eine schwarze Kunststoffscheibe. Beim Abnehmen der Schalteinheit bleibt dieser Ring gern im Inneren hängen. Du siehst ihn nicht, er fällt dir nicht auf.
Baust du jetzt ohne diese Kontrolle zusammen, drückt der Ring womöglich zu stark auf das bewegende Teil, und die Nabe schaltet nicht mehr sauber. Deshalb: einmal mit einem kleinen Schraubendreher hineinschauen, ob der Ring noch drinsteckt. Ist er da, setzt du ihn wieder auf. Er passt nur an einer Stelle. Danach richtig andrücken, ruhig einmal mit dem Schraubendreher längs fahren und prüfen, ob er ringsum sauber sitzt.
Rote und gelbe Punkte: die Schalteinheit richtig aufsetzen
Die Schalteinheit passt nur in einer Position. Sie zeigt ein paar Markierungspunkte, meist rot, bei manchen Naben gelb. Die bringst du in eine Linie: die Punkte an der Einheit über die Punkte an der Nabe. Steht alles auf einer Linie, steckst du die Einheit auf. Dann kommt der Lockring mit seinem eigenen Punkt, den du auf die passende Markierung setzt und in Verschlussrichtung zudrehst. Auf dem Ring steht dafür meist ein Pfeil mit dem Wort Lock. In diese Richtung machst du zu.
Den Schaltzug hängst du zum Schluss wieder ein. Achte darauf, die Einhängemutter zuerst einzuhängen, sie gehört nach außen. Dann führst du den Zug herum und hängst ihn ein. So sitzt am Ende wieder alles da, wo es hingehört.
Nabenschaltung einstellen: der 4. Gang und die gelben Markierungen
Nach dem Einbau schaltest du einmal alle Gänge durch. Nimm dabei die Zugschlaufen kurz raus, dann ist der Widerstand geringer. Prüf, ob du wirklich in den gespannten Gang kommst, bei der einen Führung der erste, bei der anderen der höchste Gang. Klappt das, geht es ans Einstellen.
Dafür schaltest du in den Einstellgang. Bei einer 8-Gang Nexus oder Alfine ist das der vierte Gang. Die Zahl variiert je nach Ganganzahl, und im Schaltgriff ist der passende Gang meist extra markiert. An der Nabe suchst du das kleine Servicefenster und darin zwei gelbe Markierungen. Die müssen exakt übereinanderstehen. Ist das Fenster vergilbt oder dreckig, findest du dieselben Markierungen auf der Unterseite der Nabe. Stimmen die Punkte nicht überein, drehst du an der Stellschraube am Schaltgriff und korrigierst so die Zugspannung. Sitzen die gelben Markierungen aufeinander, ist die Schaltung eingestellt.
Achsscheiben richtig einsetzen: Nasen zum Rahmen, L und R nicht vertauschen
Ein zweiter Fehler passiert an den Achsscheiben, den Fixierscheiben an der Nabe. Davon gibt es bei Shimano viele Varianten, und sie werden gern vertauscht. Wichtig ist zweierlei. Erstens: Die Nasen zeigen zum Rahmen und stützen sich am Ausfallende ab. Falsch herum eingesetzt halten sie die Achse nicht sauber fest.
Zweitens sitzt die Scheibe leicht auf der falschen Seite. Sie trägt eine Codierung, zum Beispiel 7R. Beide Scheiben links und rechts brauchen dieselbe Zahl, dazu steht das R für die rechte und das L für die linke Seite. Vertauschst du sie, kann der Arm der Schalteinheit am Rahmen anstehen, und die Schaltung streikt schon wieder. Es sind halt immer zwei zusammengehörige Scheiben, eine mit L, eine mit R. Nasen zum Rahmen, Zahlen gleich, Seiten stimmen, dann sitzt das Rad richtig.
FAQ
Warum funktioniert die Nabenschaltung nach dem Hinterrad-Ausbau nicht mehr?
Meist wurde beim Ausbau die komplette Schalteinheit abgenommen, statt nur den Schaltzug auszuhängen. Dann bleibt der Zug in der Einheit hängen, sie sitzt beim Zusammenbau nicht mehr sauber, und die Schaltung reagiert nicht. Auch eine übersehene schwarze Kunststoffscheibe im Inneren ist eine typische Ursache.
In welchem Gang stelle ich eine Shimano Nabenschaltung ein?
Bei einer 8-Gang Nexus oder Alfine im vierten Gang, dem Einstellgang. Der genaue Gang hängt von der Ganganzahl ab und ist im Schaltgriff meist extra markiert. In diesem Gang bringst du die zwei gelben Markierungen im Servicefenster der Nabe exakt zur Deckung, über die Stellschraube am Schaltgriff.
Was ist der häufigste Fehler beim Ausbau einer Nabenschaltung?
Statt nur den Schaltzug auszuhängen, wird die ganze Schalteinheit abgenommen, teils sogar mit dem Schraubenschlüssel an den Konusmuttern. Das kann einen kapitalen Getriebeschaden verursachen. Zum Lösen des Hinterrads reicht es, den Schaltzug auszuhängen, den Rest lässt du an der Nabe.
Auf welche Seite gehören die Achsscheiben der Nabenschaltung?
Die Nasen der Fixierscheiben zeigen immer zum Rahmen und stützen sich am Ausfallende ab. Die Scheiben tragen eine Codierung mit Zahl plus L oder R. Beide Seiten brauchen dieselbe Zahl, das L gehört links, das R rechts. Vertauscht kann der Arm der Schalteinheit am Rahmen anstehen.
Wie erkenne ich, ob die Nabenschaltung richtig eingestellt ist?
Im Einstellgang, bei der 8-Gang also im vierten Gang, stehen die zwei gelben Markierungen im Servicefenster der Nabe genau übereinander. Ist das Fenster verschmutzt, findest du dieselben Markierungen auf der Unterseite. Decken sie sich nicht, korrigierst du die Zugspannung an der Stellschraube.
Nabenschaltung zickt nach dem Einbau?
Bring dein Rad in einem unserer Läden vorbei. Wir schauen uns die Schaltung an und stellen sie dir wieder sauber ein.
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