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Fahrrad & E-Bike

Leichter Fahrradträger Anhängerkupplung: Uebler vs Atera

Sebastian Schrecker · 18. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze.

  • Uebler i21 wiegt 13,4 kg, Atera Forza M 18,4 kg. Fünf Kilo Unterschied, die du bei jedem Anheben spürst
  • Stützlast der Anhängerkupplung vor dem Kauf prüfen: mit zwei E-Bikes plus Träger sind über 80 kg schnell erreicht
  • Atera punktet mit verstellbarem Abklappwinkel, breiterem Bügel und sicherem Stand beim Abstellen
  • Uebler punktet mit kleinerem Packmaß, breiterem Ratschenband, 220 mm Schienenabstand und besserem Diebstahlschutz
  • Preis: Uebler i21 rund 900 Euro UVP, im Handel meist 600 bis 700 Euro. Atera Forza M zum Marktstart noch ohne offiziellen Preis
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Ein leichter Fahrradträger für die Anhängerkupplung wiegt inzwischen rund 13 Kilo statt der üblichen 18 bis 20. Das klingt nach einer Kleinigkeit. Du merkst es aber jedes Mal, wenn du das Ding aus dem Keller schleppst, über die Kugel hebst oder im Kofferraum verstaust. Zwei Träger stehen gerade genau für diese Klasse: der Uebler i21 mit 13,4 Kilo und der Atera Forza M mit 18,4 Kilo. Beide sind kompakt, beide falten klein zusammen, beide sind in wenigen Minuten montiert. Der Unterschied liegt woanders: leicht und etwas fummeliger gegen schwer und bombenfest.

Erst die Stützlast prüfen, dann den Träger aussuchen

Die Stützlast ist der Wert, der entscheidet, ob ein Träger überhaupt an dein Auto darf. Sie sagt, wie viel Gewicht senkrecht auf der Anhängerkupplung lasten darf, und steht im Fahrzeugschein sowie auf dem Typenschild der Kupplung. Viele Kupplungen liegen bei 75 Kilo. Rechne einfach zusammen: Träger plus beide Räder.

Bei zwei E-Bikes wird das schnell eng. Ein Tourenrad mit Motor bringt gern 25 bis 30 Kilo auf die Waage, wie viel genau, hängt an Akku, Ausstattung und Rahmenmaterial. Mit einem schweren Tiefeinsteiger plus Träger landest du leicht bei über 80 Kilo Gesamtgewicht auf der Kugel. Genau hier zahlen sich die fünf Kilo Ersparnis richtig aus.

Wer drüber liegt, fährt unruhiger. Und eine überschrittene Stützlast ist zusätzlich ein Verstoß gegen die StVZO. Ab 50 Prozent Überschreitung werden 60 Euro und ein Punkt fällig, darunter 25 Euro Verwarngeld. Und bei einem Schaden diskutierst du im Zweifel mit deiner Versicherung. Also: Schein raus, Werte notieren, dann erst bestellen.

13,4 gegen 18,4 Kilo: was fünf Kilo im Alltag ausmachen

Der Uebler i21 wiegt 13,4 Kilo, der Atera Forza M 18,4 Kilo. Fünf Kilo Unterschied, und die spürst du beim ersten Anheben. 18,4 Kilo sind für einen Faltträger mit ordentlichen Rohrdurchmessern kein schlechter Wert, das muss man fairerweise sagen. Der Uebler unterbietet ihn trotzdem deutlich, und daran ist bislang kein anderer Träger in dieser Klasse herangekommen.

Woher kommt die Ersparnis? Zwei Dinge. Beim Uebler entfällt der klassische Verriegelungsmechanismus komplett, weil der ganze Träger beim Aufsetzen als Hebel dient. Dazu kommen dünnere Rohre und eine insgesamt filigranere Bauweise, teils blankes Alu. Der Atera wirkt dagegen massiv: dickere Rohre, breitere Profile, alles eine Nummer stämmiger.

Das ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Auslegungsfrage. Der eine baut auf Leichtbau, der andere auf Masse. Beides hält.

Packmaß und Abstellen: klein zusammengeklappt, aber unterschiedlich handlich

Zusammengeklappt sind sich beide Träger ähnlich, mit zwei feinen Unterschieden. Der Uebler baut in der Tiefe kürzer, dafür in der Höhe etwas breiter. Der Atera schleppt hinten seine Verriegelungsmechanik mit, die ordentlich aufträgt. Unterm Strich ist der Uebler im Packmaß minimal kompakter.

Beim Abstellen dreht sich das Bild. Der Atera steht seitlich hingestellt bombenfest und gerade, er wird an mehreren Punkten gehalten. Der Uebler steht schiefer und wirkt etwas kipplig. Umfallen tut er deswegen nicht, aber ruhig steht anders.

Heißt praktisch: Musst du den Träger im Keller oder in der Garage hinstellen, ist der Atera angenehmer. Willst du ihn irgendwo reinlegen, etwa quer in den Kofferraum, passt der Uebler besser. Beide gehen zur Not auch andersherum.

Montage: beide sitzen in wenigen Minuten

Der Aufbau dauert bei beiden Trägern nur ein paar Minuten und läuft ohne Werkzeug. Der Ablauf ist im Kern gleich:

  1. Träger zusammengeklappt an die Anhängerkupplung heranführen und mittig über die Kugel setzen.
  2. An den Kanten des Fahrzeughecks ausrichten, damit er gerade sitzt.
  3. Nach unten drücken, bis die Verriegelung hörbar einrastet.
  4. Bügel aufstellen und einrasten lassen.
  5. Kabel um den Träger führen und in die Steckdose am Auto stecken.
  6. Kennzeichenhalter hochklappen, Schlüssel abziehen.

Der Uebler nutzt beim Aufsetzen den Träger selbst als Hebel. Du fährst ihn über die Kugel, richtest aus, drückst runter, fertig. Beim Atera lässt du den Verschluss beim Ansetzen offen und klappst den Träger erst danach hoch, dann greift der Mechanismus. Ein Handgriff mehr, kein Drama.

Was du beim Atera merkst: Die fünf Kilo machen sich beim Heranheben an die Kupplung bemerkbar. Wer den Träger jeden Morgen in der Früh dranhängt und abends wieder abnimmt, wird das schnell zu schätzen wissen. Oder eben vermissen.

Abklappen: fester Winkel gegen verstellbaren Winkel

Beim Abklappmechanismus geht der Punkt an den Atera, und zwar wegen der Flexibilität. Ausgelöst wird er über eine große Trittleiste mit Griptape in der Mitte, die du mit dem Fuß runterdrückst. Danach klappt der Träger auf rund 65 Grad ab. Das Beste daran: Du kannst den Winkel selbst ändern. Eine Schraube lösen, das Bauteil umsetzen, Schraube wieder fest, schon klappt der Träger steiler ab.

Das ist mehr wert, als es klingt. Wechselst du das Auto, etwa von der Limousine zum Van mit hoher Heckklappe, musst du keinen neuen Träger kaufen. Du stellst einfach um.

Der Uebler löst über den Kennzeichenhalter aus: runterdrücken, das ganze Kennzeichen dreht mit, dann klappt der Träger. Funktioniert gut und fühlt sich sauber an. Nur musst du dich hier beim Kauf für eine Version entscheiden. Es gibt zum Beispiel eine Variante, die 90 Grad nach unten geht, ideal für Vans und tief ansetzende Heckklappen. Umbauen kannst du das später nicht.

Ein Hinweis zur 90-Grad-Version: Klappst du komplett ab, liegt der Träger irgendwann mit der Ladung auf. Bei breiten Lenkern kommt das ganze Gewicht auf dem Lenker zu liegen. Bei einem Carbonlenker lässt du da besser Vorsicht walten.

Bügel und Halter: der Punkt bei zwei verschiedenen Rädern

Der Bügel ist die Schiene oben, an der die Rahmenhalter befestigt werden. Je breiter er ist, desto freier kannst du die Halter setzen, und desto besser kommst du mit unterschiedlichen Rahmenformen klar. Das ist der Normalfall: Die meisten transportieren zwei verschiedene Räder, nicht zweimal dasselbe.

Beim Atera ist der Bügel deutlich breiter und massiv ausgearbeitet. Beim Vorgängermodell aus derselben Familie war er schmaler, da wurde das Positionieren der Halter schon mal zur Fummelei. Hier hat der Hersteller sichtbar nachgebessert. Der Uebler-Bügel ist filigraner, dafür kommst du mit ihm rund zwei bis zweieinhalb Zentimeter höher, wenn du das brauchst.

Bei den Ratschenbändern, also den Spanngurten für den Rahmen, dreht es sich um: Punkt an den Uebler. Sein Band ist breiter, flexibler und legt sich angenehmer um den Rahmen. Der Atera fährt ein schmaleres Band mit Metalleinlage, das recht starr bleibt. Halten tun beide bombenfest, das ist keine Sicherheitsfrage. Ein dickeres Band würde beim Atera trotzdem gut tun.

Schienenabstand: 210 oder 220 Millimeter

Der Schienenabstand ist der Abstand von Schienenmitte zu Schienenmitte, also wie weit die beiden Räder auseinanderstehen. Der Uebler i21 liegt bei 220 Millimetern, der Atera Forza M bei 210.

Warum das inzwischen zählt: Moderne Räder bauen hinten breit, und bei SUV-E-Bikes stecken vorne dicke Gabeln drin. Diese Kombination ist für Träger oft Gift, weil sich Lenker, Gabel oder Hinterbau berühren. 210 Millimeter sind hart an der Grenze. Meistens geht es trotzdem gut, aber bei einer ungünstigen Radkombination kann es zum Kontakt kommen.

Sind wir ehrlich: Auch 220 Millimeter sind nicht die Welt, mittlerweile geht der Trend eher Richtung 240. Der eine Zentimeter mehr rettet dich trotzdem in genau den Grenzfällen. Der beste Test bleibt der praktische. Frag bei einem Händler nach, der die Träger da hat, und spann deine eigenen Räder einmal drauf.

Diebstahlschutz: hier liegt der Uebler vorne

Beide Träger bieten dieselben zwei Sicherungen: Der Kugelkopf lässt sich absperren, damit der Träger nicht einfach abgenommen wird, und die Ratschenbänder lassen sich per Schlüssel verriegeln, damit die Räder dranbleiben.

Wichtig dabei, und das sagen wir lieber deutlich: Das sind keine Sicherheitsschlösser. Es sind kleine Schlösser, die einen Gelegenheitsgriff im Vorbeigehen aufhalten. Über Nacht solltest du die Räder nicht draufstehen lassen, egal welcher Träger. Wer sein Rad wirklich sichern will, braucht ein richtiges Schloss, und da tut sich einiges.

Einen echten Unterschied gibt es aber. Knackt jemand das untere Schloss, lässt sich der Atera samt Rädern abnehmen. Beim Uebler geht das nicht, weil du den Träger nur abbekommst, wenn du ihn komplett nach oben klappst. Mit zwei E-Bikes drauf ist das praktisch unmöglich. Ehrlich gesagt ist das Szenario ohnehin exotisch: Über 80 Kilo im Vorbeigehen wegzutragen erfordert einiges an Sportlichkeit. Wenn Diebstahlschutz für dich aber ganz oben steht, ist der Uebler die logischere Wahl.

Kleinkram, der im Alltag auffällt

Zwei Details, die keine Kaufentscheidung tragen, aber erwähnt gehören.

Erstens die Rückleuchten. Beim Uebler sitzen sie ein Stück hinter dem Bügel und sind dadurch besser geschützt, falls es vorne mal Kontakt gibt. Beim Atera liegen sie freier. Der große Bruder aus derselben Baureihe konnte die Leuchten komplett wegklappen, das kann hier keiner von beiden.

Zweitens die Kennzeichenhalterung am Atera. Zusammengeklappt hängt sie etwas lose herum und wabbelt. Ein kleiner Clip hinten, wo man sie einhängt, hätte das erledigt. Kein Manko, weil das Ding zusammengeklappt eh irgendwo steht und nicht mehr angefasst wird. Beim Uebler hängt nichts, da sitzt alles sauber weg.

Preis und Empfehlung: welcher Träger zu dir passt

Der Uebler i21 steht mit einer UVP von rund 900 Euro in der Liste, ist im Handel aber deutlich günstiger zu haben. Bei Vergleichsportalen pendelt er sich meist zwischen 600 und 700 Euro ein. Für den Atera Forza M lag zum Zeitpunkt der Betrachtung noch kein offizieller Preis vor, das Modell ist frisch am Markt. Zum Start wird sowas üblicherweise nah an der UVP gehandelt, danach nähern sich die Straßenpreise in dieser Klasse meist an.

Die Entscheidung läuft am Ende auf eine Frage hinaus: Was ist dir wichtiger, Gewicht oder Ruhe am Heck?

Zum Uebler i21 greifst du, wenn du den Träger regelmäßig tragen, verstauen oder in den Keller schleppen musst, wenn du eher normale Räder statt schwerer E-Bikes fährst und wenn du damit leben kannst, dass die Räder hinten minimal mehr wackeln. Halten tut es trotzdem, das sei ausdrücklich gesagt.

Zum Atera Forza M greifst du, wenn du schwere Räder transportierst, die Stützlast deiner Kupplung Luft lässt und du willst, dass hinten so wenig wie möglich wackelt. Dazu bekommst du den verstellbaren Abklappwinkel und den breiteren Bügel.

Verkehrt machst du mit keinem von beiden etwas. Das Packmaß ist bei beiden stark, und selbst die 18,4 Kilo des Atera trägst du noch ohne Fluchen die Kellertreppe hoch. Komm am besten mal bei vit:bikes vorbei und heb beide einmal an. Danach weißt du meistens sofort, welcher es wird.

FAQ

Was wiegt ein Fahrradträger für die Anhängerkupplung?

Kupplungsträger für zwei Räder wiegen üblicherweise 13 bis 20 Kilo. Die leichte Klasse startet aktuell bei etwa 13,4 Kilo, klassische Faltträger mit dickeren Rohren liegen eher bei 18 bis 20. Das Eigengewicht zählt voll auf die Stützlast deiner Anhängerkupplung, es geht also direkt von dem ab, was du an Rädern draufpacken darfst.

Wie viel Stützlast brauchst du für zwei E-Bikes?

Rechne mit dem Trägergewicht plus beiden Rädern. Zwei E-Bikes mit je 25 bis 30 Kilo und ein Träger mit 13 bis 18 Kilo ergeben 63 bis 78 Kilo. Viele Anhängerkupplungen erlauben 75 Kilo Stützlast, damit bist du am Limit. Den genauen Wert findest du im Fahrzeugschein und auf dem Typenschild der Kupplung.

Was passiert, wenn die Stützlast überschritten wird?

Zu viel Gewicht auf der Kugel verschlechtert das Fahrverhalten und belastet die Kupplung stärker als vorgesehen. Rechtlich ist es ein Verstoß gegen die StVZO: Bis 50 Prozent Überschreitung werden 25 Euro Verwarngeld fällig, ab 50 Prozent 60 Euro und ein Punkt. Bei einem Schaden kann außerdem der Versicherungsschutz zum Thema werden.

Wie schnell darf man mit Fahrradträger fahren?

In Deutschland gibt es kein eigenes Tempolimit für Fahrradträger. Maßgeblich sind die Herstellerangaben in der Anleitung, bei Kupplungsträgern liegen die meist bei 130 km/h. Der ADAC empfiehlt eher 120. Schneller heißt mehr Windlast auf Rädern und Träger, mehr Verbrauch und im Schadensfall eine schlechtere Position gegenüber der Versicherung.

Passen zwei E-Bikes mit breitem Hinterbau auf jeden Träger?

Nicht zwangsläufig. Entscheidend ist der Schienenabstand, also der Abstand von Schienenmitte zu Schienenmitte. 210 Millimeter sind bei modernen Rädern mit breitem Hinterbau und dicker Federgabel hart an der Grenze, 220 geben etwas mehr Luft. Am sichersten testest du deine beiden Räder einmal beim Händler auf dem Träger.

Quellen

  1. ADAC: Fahrradträger für die Anhängerkupplung im Test
  2. Bußgeldkatalog: Stützlast überschritten, mögliche Sanktionen
Sebastian Schrecker
Über den Autor
Sebastian Schrecker
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Komm mit deinen Rädern bei vit:bikes vorbei. Wir spannen sie auf den Träger, prüfen den Schienenabstand und rechnen die Stützlast mit dir durch.

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